Zero Screen

Was bedeutet Zero Screen?

Zero Screen bedeutet, dass die Websuche in Zukunft ohne Bildschirm stattfinden wird. Trendforscher warten schon lange auf den nächsten Evolutionsschritt in der Nutzung des Internets. Und tatsächlich sollen 2020 30% der Websuche ohne Screen stattfinden. Aktuell läuten Smartspeaker die Zero-Screen-Äre ein. Die intelligenten Lautsprecher von Amazon, Apple, Google und Co. lassen sich per Sprachbefehl aktivieren – wir haben unsere Hände frei und müssen nicht auf einen Bildschirm schauen. So kann man einfach per Stimme bei Amazon Echo, Google Home und Co. nach Informationen (wie z.B. Wetter, Aktienkurse etc.) suchen, Waren im Internet bestellen und nach Hause liefern lassen oder auch Termin im Kalender checken, Flüge und Hotelzimmer buchen oder die Steuerung des Smart-Home übernehmen. Und dank künstlicher Intelligenz wird sich diese neue Schaltzentrale für unser digitales Leben immer weiter entwickeln und kontinuierlich verbessern.

 

Smartspeaker und der Kauf von Fast-Moving-Consumer-Goods

Man sollte aber nicht den Fehler machen und die neuen Smartspeaker nur als weitere Diversifizierung in der Gerätelandschaft neben Smartphone, Tablet, Laptop und Smart TV sehen. Denn der Trend wird enorme Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung und das Online-Marketing haben. Was passiert etwa, wenn wir bei Alexa Waschmittel bestellen. Die gewohnte Auswahl, die wir aus der klassischen Suche online oder eben im Markt vor Ort kennen, entfällt. Wer das Geschäft machen will, muss bei Alexa und Co. ganz vorne im „Mindset“ stehen sonst geht der Umsatz verloren. Das mag sicherlich nicht bei erklärungsintensiven Produkten der Fall sein, aber sicherlich – immer mehr – bei „Fast-Moving-Consumer-Goods“ wie z.B. Druckerpapier, Batterien, Taschentüchern etc.

 

Kaufbereitschaft und Datenschutz

Die entscheidenden Fragen werden sein:

  • Wo tolerieren die Konsumenten das Fehlen einer Auswahl?
  • Wo greifen die Konsumenten gerne auf Standard-Artikel zurück?

Und genau diese Produkte sucht beispielsweise Amazon für seine eigene Basics-Linie, um sie dann selbst anbieten zu können. Und die Entwicklung macht nicht im Hause halt. Alexa wird beispielsweise bei SEAT zur virtuellen Beifahrerin. Als Teil des Multimediasystems ist Alexa mit dem Amazon-Konto verknüpft und ist damit die Verlängerung der heimischen Echo-Box. Sicherlich sind aktuell die meisten Anwendungen von Alexa und Co. lediglich das Starten von Musik, die Abfrage des Wetters oder der Timer. Aber in Zukunft wird sich Anwendungen deutlich erweitern, wenn zum einen Datenschutzbedenken ausgeräumt werden und dank künstlicher Intelligenz weitere Anwendungen hinzukommen.

 

Zahlen und Fakten rund um den Zero Screen

  • Bis Ende 2017 sollen 33 Millionen „Voice-First-Devices“ verkauft werden (Voicelabs)
  • Bis 2020 sollen 30% der Websuche mit Zero-Screen-Devices stattfinden (Gartner)
  • 50% aller Suchen sollen bis 2020 Sprachsuchen sein (Comscore)
  • Kein Consumer Device erreicht die Hälfte aller Haushalte schneller als die Smartspeaker von Amazon, Apple, Google und Co. (Activate)
  • Drei von vier Deutschen haben bereits Erfahrungen mit digitalen Sprachassistenten (BVDW)
  • In der Altersgruppe 45 bid 54 Jahre haben doppelt so viele Personen keine Bedenken bei der Nutzung digitaler Sprachassistenten wie in der Altersgruppe 16 bis 24 Jahren (BVDW)

 

Suchmaschinenoptimierung für die Sprachsuche

Suchanfragen per Sprachsuche sind meistens länger als Suchanfragen bei Texteingabe.
Und sie finden sie meistens mobil statt und haben dann einen lokalen Bezug – meistens.
Daher ist des der Hauptzweck von digitalen Sprachassistenten, die besten Ergebnisse für die Suche unterwegs zu liefern.
Deshalb wird in der Sprachsuche oft nach leicht identifizierbaren, kurzen und relevanten Inhalten gesucht.
Folgende fünft Punkte sollten bei der Suchmaschinenoptimierung für die Sprachsuche auf jeden Fall beachtet werden:

Optimieren Sie lokale Listings

Ca. 25% der Sprachsuchen hat einen lokalen Bezug, wie Restaurants, Geschäfte oder medizinische Einrichtungen.
Suchen Menschen zum Beispiel einen Friseur in Frankfurt, erscheint es für die jeweiligen Seitenbetreiber sinnvoll, ihre Website auf „Friseur Frankfurt” zu optimieren.
Allerdings geht dieser Ansatz für die Sprachsuche nicht weit genug. Unterwegs, z.B. auf dem Weg in die Stadt, könnten die gleichen Menschen via Sprachsuche nach „Friseur in meiner Nähe” suchen. Die Sprachassistenten können zwar anhand des physischen Standortes des Suchenden herausfinden, wo „in meiner Nähe” ist.
Sie gleichen aber diese Information nicht mit den Keywords auf einer Webseite ab, sondern mit den Daten aus dem Google-My-Business-Eintrag.
Daher sollte der My-Business-Eintrag korrekt eingerichtet und vor allem aktuell sein. Alle wichtigen Informationen sollten eingetragen und die passenden Kategorien ausgewählt sein.
Wichtig ist, dass Adressen, Firmenname und andere Angaben im Web durchweg konsistent dargestellt sind.

Nutzen Sie Longtail-Keywords und die natürliche Sprache

Die Menschen nutzen Sprachsuche anders als die Suche per Texteingabe. Sprachsuche funktioniert eher wie eine Konversation mit dem Gerät.
Daher müssen textliche Inhalte einer Website der natürlichen Sprache der Nutzer entsprechen und das geht weit über die bloße Verwendung von Longtail-Keywords hinaus.
Es müssen nicht Keywords oder Keyword-Phrasen bedient werden, sondern Fragen zu beantworten.  Eine umfangreiche W-Fragen-Analyse ist daher der Ausgangspunkt einer nachhalten Optimierung für die Sprachsuche. Neben passenden Tools sollten diejenigen im Unternehmen gefragt werden, die im Kundenservice und Vertrieb arbeiten, weil hier umfangreiches Wissen vorhanden ist, welche Fragen konkret von den Kunden gestellt werden. Die Beantwortung der Fragen sollte dann möglichst prägnant sein. So eignen sich z.B. FAQ-Seiten perfekt, die genau diese Longtail- und Konversations-Suchanfragen abbilden. So werden Unternehmen nicht nur besser über die Sprachsuche gefunden, sondern auch öfter in Googles Featured Snippets angezeigt.

Konzentrieren Sie sich auf Featured Snippets

Die Featured Snippets werden oft als Position 0 bezeichnet, da sie über den organischen Suchergebnissen optisch getrennt angezeigt werden. Bei ca. 30 Prozent der Suchanfragen werden Featured Snippets von Google angezeigt, Tendenz steigend. Und bei Sprachsuchen sind das die Suchergebnisse, die dem Suchenden vorgelesen werden. Wichtig: Google zeigt zwar in den Featured Snippets nur einen kurzen Textauszug an, das bedeutet aber nicht, dass man sich von umfangreichem Content verabschieden sollte. Der Text sollte zunächst die direkte Antwort auf eine Suchanfrage darstellen und dann im weiteren Verlauf noch weiter und tiefer auf die Thematik eingehen.

Arbeiten Sie mit strukturierten Daten

Strukturierte Daten sind für Suchmaschinen wichtig, weil sie ihnen helfen, den Inhalt einer Website besser zu verstehen und zu interpretieren. Dadurch können die Suchmaschinen noch informativere Ergebnisse für die Suchenden zusammenstellen.
Die Inhalte können mittels strukturierter Daten mit weiterführenden Informationen verknüpft werden. Mit dem Standard für strukturierte Daten Schema.org lassen sich diese einfach auszeichnen.

Achten Sie auf Mobile first

Suchen per Sprachsuche werden überwiegend unterwegs ausgeführt. Suchende werden die Seite aber schnell wieder verlassen, wenn sie nicht mobil optimiert ist.
Seitenbetreiber können z.B. mit dem Mobile-friendly-Test von Google überprüfen, wie gut ihre Website für die mobile Nutzung optimiert ist.
Mobilfreundlichkeit geht aber über reines Responsive Design hinaus. Daher müssen Sie auch auf diese Anforderungen achten:
Schnelle Ladezeiten: Je schneller Ihre Website lädt, desto besser für die Suchenden. Mit dem Google-Tool Pagespeed Insights können Sie die Ladezeiten Ihrer Website überprüfen.
Schnell erfassbare Inhalte: Suchende wollen unterwegs die gewünschte Infomation schnell finden. Wer will schon lange Artikel auf seinem kleinen Displays lesen? Inhalte müssen daher strukturiert und übersichtlich sein. Achten Sie darauf, dass die wichtigsten Inhalte „above the fold”, also ohne weiter scrollen zu müssen, dargestellt werden.
„Daumenfreundlichkeit“: Da die meisten Nutzer eines Smartphones nur ihren Daumen zur Eingabe nutzen, sollten Websites so aufgebaut sein, dass Icons und Schaltflächen nicht zu klein und zu nah aneinander dargestellt werden.

 

Zero Screen
Gesamt:4.6 von 15 Bewertungen

2017-12-21T09:38:30+00:00