Private Krankenversicherung.
Für Beamte und Beamtenanwärter.

Der Ratgeber. Schnell und übersichtlich.

Du bist Beamter oder angehender Beamter? Lehrer oder Referendar? Du suchst nach einer privaten Krankenversicherung? Dann wirst Du mit einer großen Zahl an Anbietern und Tarifen konfrontiert.

Es gibt gefährliche Lockangebote und PKV-Tarife mit erheblichen Leistungsunterschieden. Allein die vielfältigen Zusatztarifen sind oft verwirrend und können nur schwer verglichen werden.

Wir haben für Dich die wichtigsten Fragen rund um die private Krankenversicherung beantwortet. So hast du eine gute Grundlage, um Deine richtige Krankenversicherung zu finden.

Benötigt man als Beamter eine private Krankenversicherung?

Beamte müssen zusätzlich zur Beihilfe eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung abschließen. Daher haben die Versicherer für diese Berufsgruppe spezielle Tarife.

Dabei können Leistungen, die die Beihilfe nicht bezahlt (z.B. bestimmte Wahlleistungen im Krankenhaus, Kuren, alternative Heilmethoden, die Erstattung von Zahnersatz oder Sehhilfen) kostengünstig über die private Krankenversicherung abgesichert werden.
Wichtig: Das bei Vertragsabschluss gegebene Leistungsversprechen gilt ein Leben lang! Der Versicherungsschutz kann weder einseitig durch die Versicherungsgesellschaft noch durch den Gesetzgeber gekürzt werden. Vorerkrankungen oder Behinderungen sind dabei kein Ausschlussgrund, denn aufgrund der sogenannten Öffnungsaktion der PKV finden Beamte einen individuellen Schutz.

Welche Leistungen sind bei einer privaten Krankenversicherung wichtig?

Es gibt unterschiedliche Tarife mit unterschiedlichen Leistungen. Versuche Dir im Vorfeld bewusst zu werden, was Dir wichtig ist: Z.B. eine vollständige Erstattung von Zahnarztbehandlungen oder die Kostenübernahme für Sehhilfen? Am besten solltest Du mehrere Vergleichsangebote von speziellen Beamtentarifen anfordern. Dadurch hast Du eine gute Grundlage, den für Dich passenden Tarif zu finden.

Was kostet eine PKV für Beamte bzw. Beamtenanwärter?

Die Art des Leistungsumfangs bestimmt Deine Beitragshöhe. Suche eine gute Beratung zu Beginn, damit Du einen optimalen Versicherungsschutz findest. Neben dem Leistungsumfang gibt es noch weitere Einflussfaktoren auf die Beitragshöhe, wie Dein Alter und Dein Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss sowie die jeweilige Höhe Deiner Beihilfe im jeweiligen Bundesland. Oft erhält man sogar einen Teil der Beiträge zurück, wenn man mindestens ein Jahr keine Rechnung eingereicht hat.

Wichtig: Wenn Du öfter krank bist oder teure Medikamente benötigst, erhöht sich deshalb nicht Dein Versicherungsbeitrag.

Aber: Auch die private Krankenversicherung muss aufgrund des medizinischen Fortschritts und der allgemeinen Preis- und Lohnentwicklung die Versicherungsbeiträge immer wieder anpassen, um das gegebene dauerhafte Leistungsversprechen einhalten zu können. Die Regeln für solche Beitragserhöhungen sind Deinem Versicherungsunternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Aus den gleichen Gründen steigen aber auch in der gesetzlichen Krankenversicherung  regelmäßig die Beiträge, so dass man sagen kann, dass diese Entwicklung langfristig in beiden Systemen nahezu parallel verläuft.

Worauf muss man achten, wenn man Vorerkrankungen hat?

Die sogenannte Öffnungsaktion gilt seit dem 1. Januar 2019 auch für Beamte auf Widerruf. Damit ist bei allen an den Öffnungsaktionen teilnehmenden Versicherungsgesellschaften eine Aufnahme in für Beamte auf Widerruf offene Tarife garantiert. Dabei sind die möglichen Risikozuschläge auf maximal 30% begrenzt und es gibt keine Leistungsausschlüsse.

Wichtig: Als Beamter auf Widerruf muss man den schriftlichen Antrag auf Aufnahme im Rahmen der Öffnungsaktion innerhalb von sechs Monaten nach der Verbeamtung stellen. Diese Regelungen gelten auch für Ehe- oder Lebenspartner und eigene bzw. adoptierte Kinder, sofern sich diese nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern müssen.

Was genau ist die Öffnungsaktion der PKV?

Jeder neu eingestellte Beamte und Beamte auf Widerruf können sich unabhängig vom Gesundheitszustand privat versichern. Dabei garantiert die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherungen folgendes:

  • Niemand wird aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt
  • Eventuelle Risikozuschläge sind auf maximal 30 Prozent begrenzt
  • Es gibt keine Leistungsausschlüsse

Wichtig: Nach der Verbeamtung muss der Antrag auf Aufnahme im Rahmen der Öffnungsaktion innerhalb von sechs Monaten gestellt werden.

Diese Regelungen gelten auch für Ihren Ehe- oder Lebenspartner und eigene bzw. adoptierte Kinder, sofern diese sich nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern müssen.

Wann erhält man als Beamter Beihilfe?

Der Staat beteiligt sich an den tatsächlichen Behandlungskosten, wenn ein Beamter krank wird. Diesen Zuschuss nennt man Beihilfe. Wie hoch diese Beihilfe ausfällt, hängt u.a. vom Bundesland ab, wo der Beamte arbeitet. In den meisten Fällen haben Beamte Anspruch auf mindestens 50% der Krankheitskosten. Bei Pensionären sind es sogar 70%.

Die private Krankenversicherung sichert die dann noch offenen Kosten ab. Ehe- oder Lebenspartner sowie eigene bzw. adoptierte Kinder können auch Beihilfe erhalten. Meist sogar mit einem  Zuschuss von 70% bzw. 80%.

Grundsätzlich haben Beamte automatisch Anspruch auf Beihilfe. Ob man in der Ausbildungszeit Beihilfe erhält, hängt auch vom jeweiligen Bundesland ab wo man wohnt. Angehende Beamte, die einen 2- bis 3-jährigen Vorbereitungsdienst als Beamtenanwärter oder als verbeamtete Referendare leisten, haben auch einen Anspruch auf Beihilfe.

Was muss ein privat Versicherter tun, wenn er krank wird?

Wer als Privatpatient zum Arzt gehst, erhält für die Behandlung eine Rechnung mit einem Überblick über alle Leistungen. Den Betrag muss man zunächst selbst an den Arzt überweisen (oft mit einer 30-Tages-Frist). Das Geld bekommt man dann erstattet, sobald die Rechnung bei der Versicherung und der Beihilfe eingereicht wird. Mit Hilfe von Apps geht das schnell und einfach: App installieren, Zugang beantragen, Rechnung mit dem Handy fotografieren und über die App einreichen – fertig. Aber was, wenn bei einem Krankenhaus-Aufenthalt größere Summen auf einen zu kommen? Dann muss man i.d.R. nicht in Vorleistung treten, denn die Kliniken stellen die Rechnung dann direkt an den Versicherer.

Was ist bei Kindern und Ehepartnern zu beachten?

Beamte, die Beihilfeleistungen erhalten und nicht gesetzlich pflichtversichert sind, können ihre Ehe- oder Lebenspartner auch privat versichern. Dabei erhält dann der Versicherte in Ergänzung zur Beihilfe seinen eigenen Versicherungsschutz. Und das relativ günstig, weil man bei 70% Beihilfe nur 30% der Krankheitskosten privat absichern muss. Auch bei der Aufnahme der Ehe- und Lebenspartner in die Private Krankenversicherung greift die Öffnungsaktion. Daher sind Vorerkrankungen oder Behinderungen kein Hindernis, wie auch bei den Beamten selbst.

Für eigene und adoptierte Kinder erhält man ebenfalls Beihilfe – normalerweise 80 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent kann man dann günstig privat absichern. Hat man als Beamter zwei oder mehr Kinder, dann steigt in den vielen Bundesländern und im Bund die eigene Beihilfe von 50 auf 70 Prozent. Dadurch sinkt der eigene Versicherungsbeitrag. Wenn mindestens ein Elternteil seit mindestens drei Monaten bei der PKV versichert ist, nimmt die Versicherung Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeiten auf. Die Anmeldung muss dann innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt bzw. Adoption erfolgen. Hat man ältere Kinder mit ernsteren Vorerkrankungen, können diese über die Öffnungsaktion in die Private Krankenversicherung wechseln.

Die Höhe der Beihilfe ändert sich – was nun?

Die Höhe der Beihilfe kann sich durch besondere Umstände verändern, wie z.B. durch die Geburt von Kindern, die Pensionierung oder den Wechsel in ein anderes Bundesland. Daher haben Beamte in der Privaten Krankenversicherung Anspruch auf eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes. Ändert sich der Beihilfebemessungssatz, dann kann man den Versicherungsschutz entsprechend aufstocken oder absenken.

Wichtig: Dabei gibt es keine erneute Gesundheitsprüfung, wenn innerhalb von sechs Monaten ein entsprechender Antrag gestellt wird. Diese Regelung gilt auch für Angehörige, die ebenfalls Beihilfe erhalten.

Was ist bei der Anwartschaft zu beachten?

Mit Hilfe einer Anwartschaft sichert man sich heute schon das Recht, sich zu einem späteren Zeitpunkt in einem bestimmten Tarif zu versichern. Das ist vor allem bei Beamten mit freier Heilfürsorge wichtig. Denn nach deren aktiven Dienst erhalten sie Beihilfe und benötigen zusätzlich eine Private Krankenversicherung. Die Anwartschaft ermöglicht es nun, den Eintritt zu den Bedingungen von heute absichern zu können. Dabei kann man sich zwischen einer kleinen und einer großen Anwartschaft entscheiden. Die kleine Anwartschaft erspart eine neue Gesundheitsprüfung. Die große Anwartschaft geht noch einen Schritt weiter und kalkuliert den späteren Versicherungsbeitrag ausgehend von dem jetzigen Alter, was zu geringeren Beiträgen führt.

Wie sieht es bei der PKV mit Kosten, Beiträgen und Beihilfe im Alter aus?

Die Beihilfe steigt mit der Pensionierung stark an. Daher erhält man als Beamter im Ruhestand normalerweise 70% statt vorher 50% der Krankheitskosten erstattet. Dementsprechend sinkt auch der selbst zu finanzierende Vorsorgeanteil auf 30%. Und der Versicherungsbeitrag zu Beginn des Ruhestands verringert sich deutlich. Da die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung unabhängig von dem persönlichen Einkommen kalkuliert werden, werden für die Beitragsberechnung im Alter auch nicht mögliche Einkünfte z.B. aus Lebensversicherungen oder Mieten herangezogen. Und wer im aktiven Dienst Anspruch auf freie Heilfürsorge hatte, der erhält nach der Pensionierung Beihilfe und muss zusätzlich eine Private Krankenversicherung abschließen. Diese ist dann deutlich günstiger, wenn man dafür in jungen Jahren eine sogenannte Anwartschaft abgeschlossen hat.

Was muss man beim Ende des Beamtenverhältnises tun und beachten?

Wenn später in ein Angestelltenverhältnis wechseln oder sich selbstständig machen möchte, der kann seinen privaten Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung problemlos aufstocken. Dazu muss man innerhalb von 6 Monaten einen entsprechenden Antrag stellen. Dies ist notwendig, da man als Nicht-Beamter keine Beihilfe mehr erhält. Wenn man als Angestellter unter der Versicherungspflichtgrenze (2020: 62.550 Euro brutto/Jahr) verdient, dann muss man in die Gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Mit einer sogenannten Anwartschaft kann man später wieder zu den alten Konditionen in die Private Krankenversicherung wechseln, sobald man wieder die Versicherungspflichtgrenze überschreitet.

Wo kann man sich weiter informieren?

Du hast sicherlich viele Fragen, wenn Du Dich für eine konkrete private Krankenversicherung entscheiden sollst.
Falls Du noch weitere Informationen benötigst, haben wir für Dich drei Linktipps:

  1. Beamten-Infoportal: z.B. das Spezial Private Krankenversicherung für Referendare
  2. Test: 120 Tarife der PKV im Test von Stiftung Warentest
  3. Handelblatt mit einer Rangliste der besten PKV-Tarife der Ratingagentur Franke und Bornberg