• Grün in die Zukunft

Ökostrom

Bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter sollte der Preis heute keinem Verbraucher mehr im Wege stehen. Fakt ist sogar, dass Ökostrom in vielen Fällen deutlich günstiger ist als Strom aus konventioneller Erzeugung. Das gilt vor allem für den Vergleich mit lokalen Grundversorgungstarifen. Problematisch ist nur, dass die Bezeichnung Ökostrom in keiner Weise geschützt wird und von manchen Anbietern mehr oder weniger Etikettenschwindel betrieben wird. Wir möchten Dir im Folgenden ein paar nützliche Tipps und Hinweise für die Auswahl des passenden Anbieters mitgeben und zeigen, auf welche Merkmale es bei der Auswahl eines geeigneten Ökostromanbieters ankommt.

Ökostrom im Aufwind

Die Anzahl der Haushalte, die Ökostrom beziehen, steigt konstant und liegt bei aktuell 22 %. Im Jahr 2019 waren es laut dem Statistischen Bundesamt allein in Deutschland 12,69 Millionen Personen, die sich für Strom aus nachhaltiger Erzeugung entschieden haben, fast vier Millionen mehr als noch im Jahr 2015. Dass das möglich ist, verdanken wir dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, deren Anteil am Stromverbrauch mittlerweile bei über 42 % liegt. Hierbei gilt es jedoch zu bedenken, dass nach wie vor ein beträchtlicher Teil des Ökostroms aus dem Ausland importiert wird. Laut Bundesumweltamt stammten im Jahr 2018 nur rund 13 % des hierzulande gelieferten Ökostroms auch aus deutschen Kraftwerken. Ein Großteil des im Ausland erzeugten Ökostroms wurde in Wasserkraftwerken erzeugt, rund 42 % des gelieferten Ökostroms stammen allein aus Norwegen.

Ein Grund für die ansteigende Beliebtheit liegt in den günstigen Preisen, zu denen Ökostrom mittlerweile an Privathaushalte abgegeben wird. Gegenüber dem normalen Grundversorgungstarif werden hier Einsparungen von durchschnittlich 1,5 Cent je Kilowattstunde realisiert. Im Jahr 2019 konnte Ökostrom auch die Preise von konventionellem Strom in Sonderverträgen unterbieten. Der Durchschnittspreis für Strom aus Grundversorgungstarifen lag 2019 im Schnitt bei 31,94 ct/kWh, bei Ökostrom belief sich der Preis im gleichen Zeitraum auf 30,42 ct/kWh.

Wie lässt sich echter Ökostrom erkennen?

Du hast dich dazu entschieden, künftig Ökostrom zu beziehen und möchtest nun auf Nummer sicher gehen, dass der Strom auch tatsächlich aus einer nachhaltigen Energieerzeugung stammt? Dann ist ein Herkunftsnachweis unerlässlich, denn durch ihn erfährst Du, wie genau Dein Anbieter den Strom erzeugt hat. Typische Energiequellen, die für echten Ökostrom in Betracht kommen, sind Wasser- und Windkraft, Solarenergie und Biomasse bzw. das daraus gewonnene Biogas. Bei der Erzeugung wird dann kein CO2 erzeugt, was der CO2-Bilanz zugutekommt.

Nun siehst Du es dem Strom, der aus der Steckdose kommt, aber nicht an, wie und wo er produziert wurde. Und tatsächlich könnte theoretisch jede Kilowattstunde, die Du beziehst, komplett aus konventioneller Erzeugung stammen, obwohl Du einen Ökostromtarif gebucht hast. Das ist aber völlig normal, denn im Grunde sorgst Du mit Deinem Wechsel dafür, dass sich der Anteil Ökostrom im gesamten Netz erhöht. Alle Erzeuger speisen ihren Strom in das öffentliche Stromnetz ein und dort soll er immer über möglichst kurze Strecken hinweg transportiert werden. Steigt also die Nachfrage nach Ökostrom, sorgt das in erster Linie für einen höheren Ökostromanteil im gesamten Stromnetz und für entsprechend weniger Strom aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken.

Die einzelnen Ökostromanbieter müssen jedoch Herkunftsnachweise liefern, um belegen zu können, dass ihr Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. In diesen Nachweisen wird praktisch für jede Kilowattstunde dokumentiert, wie und wo sie entstanden ist. Der Herkunftsnachweis wird zunächst von den Stromerzeugern selbst erstellt und anschließend vom Bundesumweltamt entwertet, sobald der Strom verkauft wurde. So wird verhindert, dass ein Herkunftsnachweis zweimal verwendet werden kann. Angesichts der vergleichsweise geringen Menge an Ökostrom, die hierzulande produziert wird, gibt es derzeit auch nur entsprechend wenige Herkunftsnachweise aus Deutschland. Erschwerend kommt hinzu, dass Strom, dessen Erzeugung über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gefördert wird, nicht als Ökostrom verkauft werden darf, da sonst die Anbieter sowohl durch die Förderung als auch die Verkaufserlöse kassieren würden.

Auf welche Gütesiegel solltest Du achten?

Daneben gibt es aber auch noch diverse Zertifizierungen und Gütesiegel, anhand derer Verbraucher erkennen können, ob es sich bei einem bestimmten Tarif tatsächlich um echten Ökostrom handelt. So kannst du beispielsweise sicherstellen, dass die Einkünfte des Energieversorgers auch dazu verwendet werden, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Besonders wichtige und vertrauenswürdige Gütesiegel sind die des Technischen Überwachungsvereins (TÜV), das „Grüner Strom Label“ in Gold und das Siegel „OK power“ vom EnergieVision e. V. Hier kannst Du bedenkenlos zugreifen, denn der Strom bei den damit ausgezeichneten Tarifen wird zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Der Stromtarif allein genügt aber noch nicht, um eines der genannten Siegel führen zu dürfen. Die Energiewende kann auf Dauer nur gelingen, wenn konsequent am Ausbau erneuerbarer Energien gearbeitet wird. Konkret bedeutet das, dass sich die einzelnen Energieversorger aktiv dafür einsetzen, mehr Solaranlagen, Windräder und Biogasanlagen zu bauen und so in eine nachhaltige Energiegewinnung zu investieren. Am Markt findest Du auch zahlreiche Ökostromtarife, die von Unternehmen stammen, die zusätzlich konventionellen Strom (z. B. aus Kohle- oder Atomkraft) erzeugen. Nun ist ein solcher Ökostromtarif zwar nicht grundsätzlich schlecht. Es ist aber nicht gewährleistet, dass die Umsätze, die durch dich erwirtschaftet werden, auch tatsächlich in den Bau von Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien fließen und nicht etwa in den eines neuen Kohlekraftwerks. Die entsprechenden Siegel verschaffen Dir in diesem wichtigen Punkt zusätzliche Gewissheit.